Handel mit Binären Optionen – Chancen und Risiken

Was sind „Binäre Optionen“?

Darunter sind Finanzinstrumente zu verstehen, die sich in den letzten Jahren in den Weltmärkten etabliert haben und zu den profitabelsten ihrer Art zählen. Zahlreiche Börsianer und Händler nutzen die Investition in die binären Optionen, um ihrem Portfolio Liquidität mit minimalem Risiko hinzuzufügen und schnell Geld zu verdienen. Diese Möglichkeit bietet sich auch in einer vereinfachten Form für börseninteressierte Privatanleger und Trader an.

Binäre Optionen kombinieren die lukrativen Eigenschaften der Optionsgeschäfte mit den analytischen Aspekten von Tagesgeschäften. Sie sind Finanzwerkzeuge wie zum Beispiel Futures, die auf die Voraussage der Entwicklung eines Kurses (fallend oder steigernd) in einer bestimmten Zeiteinheit zielen. Die Bezeichnung „Binär“ leitet sich aus der Möglichkeit der erzielten Ergebnisse der Investition: Entweder ist die Prognose richtig oder falsch.

Handel mit binären Optionen

Die kürzeste Zeiteinheit beträgt 60 Sekunden. Andere Zeiteinheiten, zum Beispiel Stunden, Tage oder Monate sind ebenfalls möglich. Die Definition der Zeiteinheit ist der wesentliche Bestandteil des Trades.

Der Handel mit binären Optionen

Die Einfachheit des Handels mit binären Optionen und die Möglichkeit des schnellen Geldverdienen ist der Grund für die schnelle Verbreitung und die Beliebtheit dieser Finanzinstrumente. Da generell nur zwei Richtungen des Trades zur Auswahl stehen, sind die Handelssysteme entsprechend strukturiert. Der Händler muss lediglich ein paar Überlegungen in folgenden Bereichen anstellen:

Das Produkt, welches gehandelt werden soll – Devisen = Währungspaare, Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, Futures etc.
Die Marktrichtung, in die gehandelt werden soll – steigend oder fallend, long call / short call, long put / short put
Die Investitionssumme, zum Beispiel in Euro, US-Dollar oder sonstiger Währung

Der Trade ist leicht, übersichtlich, lässt sich schnell erlernen und ist enorm profitabel. Aus diesem Grund bieten zunehmend Brokerbanken eine Möglichkeit zum Handel mit binären Optionen.

Viele dieser Anbieter erlauben die Nutzung eines Demokontos, welche sich zum Erlernen des Handels bestens eignet. Die Registrierung dauert in der Regel nur wenige Minuten und das virtuelle Konto steht sofort bereit. Ein Echtgeldkonto kann anschließend durch eine Überweisung oder Einzahlung über die Kreditkarte eröffnet werden.

Der Erfolg des Handels mit binären Optionen beruht auf der richtigen Prognose über die Entwicklung der jeweiligen Anlage. Daher ist es empfehlenswert, sich zuvor mit einigen Anlageformen vertraut zu machen. Das können zum Beispiel Währungspaare sein wie USD / EUR oder USD / JPY usw. oder Indizes wie DAX 30, Euro-Stoxx 50 oder Down-Jones 30. Auch Aktien, zum Beispiel Apple, IBM etc. oder Rohstoffe wie Edelmetalle oder Öl kommen infrage. Je nach Broker können bis zu 100 verschiedene Tradingoptionen vorhanden sein.

Für viele Trader ist der Forexhandel, also das Kaufen und Verkaufen von Währungen besonders attraktiv, weil in diesem Markt an den internationalen Börsen täglich das größte Geldvolumen bewegt wird. Manipulationen des Marktes sind hier deshalb unwahrscheinlich und die Chance schnell Geld zu verdienen groß ist.

Sobald der Handel beginnen kann, muss der Händler die vorgenannte Auswahl über die Art der Anlage, die Richtung seines Trades und den eingesetzten Betrag treffen. Wenn sich der Trader für einen „Kurz-Trade“ entscheidet, beträgt die Zeitachse 60 Sekunden. Jetzt muss er die Prognose für die Richtung der Kursentwicklung und die Investitionssumme festlegen. Das System zeigt ihm noch vor der endgültigen Kaufbestätigung den möglichen Gewinn an. Somit muss der Trader nicht selbst errechnen, welcher Ertrag möglich ist. Sobald die Kaufbestätigung erfolgt, ist der Trade abgeschlossen.



Wenn der Händler „long (call)“ gegangen ist, sich also für eine steigende Tendenz des Preises für das gewählte Produkt entschieden hat, muss der Kurs nach einer Minute mindestens um einen Punkt höher sein als beim Einstieg. Im umgekehrten Fall, also wenn der Händler „short (put)“ geht, muss der Kurs der gewählten Anlage um mindestens einen Punkt niedriger sein als beim Einstieg. War die Prognose richtig, so beträgt der Gewinn ca. 75 bis 85 Prozent auf das eingesetzte Kapital (bei 10 Euro bis 8,50 Euro, bei 50 Euro 42,50 Euro, bei 100 Euro 85,00 Euro, usw.). Der Ertrag orientiert sich an der gewählten Option.

War die Prognose jedoch falsch, so ist der gesamte Einsatz verloren. Hat sich der Kurswert nach 60 Sekunden nicht verändert, so hat der Trader weder gewonnen noch verloren.

Handelstaktiken und Risikomanagement

Das Risiko des Handels mit binären Optionen ist sehr hoch. Daher ist es empfehlenswert, sich vor dem Einsatz mit realem Geld intensiv mit den bevorzugten Anlagekategorien zu beschäftigen und sich beim Trade auf das Risikomanagement zu fokussieren. Ein guter Trader setzt stets nur so viel Geld ein, wie er auch verlieren kann, ohne finanziell ruiniert zu sein und bereitet sich auf seinen Handel jeden Tag sehr sorgfältig vor. Bei binären Optionen kann der Ausblick auf die möglichen Gewinne schnell zu einem unüberlegten oder zu hohem Einsatz verführen, doch der Traum von hohen Gewinnen und schnellem Geldverdienen kann innerhalb von Sekunden zerplatzen.

Einige Grundtaktiken ermöglichen einen relativ sicheren Handel mit binären Optionen und bieten bei überschaubarem Risiko die Chance, Erträge zu erwirtschaften.

Der 60-Sekunden-Trade

Die kurze Zeitspanne ist bei diesem Trade entscheidend für das Risiko. Denn eins ist sicher: Kein Chart dieser Welt kann einen Kurs innerhalb der nächsten 60 Sekunden vorhersagen. Das Handeln innerhalb von 60 Sekunden gleicht eher einem Glücksspiel. Daher ist in diesem Bereich das Handeln mit System von entscheidender Bedeutung und der Erfolg hängt von einer sehr guten Vorbereitung ab. Das bedeutet, der Händler muss sich dem Trade statisch nähern und sein Vorgehen mit einem System messbar und auswertbar machen.

Wenn sich beispielsweise der EUR /USD Kurs aufgrund von aktuellen Meldungen generell in eine positive Richtung bewegt, werden mehr Hochs als Tiefs innerhalb des Kursverlaufs vorkommen. Einige Händler setzen dann auf eine Verdoppelungsstrategie: Das heißt, sie setzen alle 60 Sekunden kleine Beträge auf eine bestimmte Kursrichtung des gewählten Produktes. Wenn der Trade verloren geht, wird der Einsatz verdoppelt. Dies funktioniert bei einer erwarteten Rendite von 85 % genau dreimal. Beim vierten Mal wäre der Verlust höher als der mögliche Ertrag. Für diese Strategie sind exakte Analyse und eine gute Ausgangslage des Marktes für den Erfolg entscheidend.



Der EINE-Stunde-Trade

Diese Taktik ist bei der gleichen Vorbereitung wie der 60-Sekunden-Trade mit geringerem Risiko verbunden, weil die Chartauswertung, die Analyse der Börsenwerte und die Beobachtung der Kursentwicklungen wegen der längeren Zeitspanne des Trades in die Vorbereitung einfließen können.

One-Touch-Handel

Hier bestimmt der Trader eine bestimmte Kursgrenze, die innerhalb der gesetzten Zeit nur einmal berührt wird. Wie sich der Kurs danach entwickelt ist völlig unerheblich. Wird der gesetzte Wert einmal im Laufe der festgelegten Zeit berührt, ist der Trade erfolgreich. Der Gewinn dieser Option liegt höher, weil auch das Risiko höher ist.

Double-Touch-Handel

Ist eine erweiterte Möglichkeit des One-Touch-Handels. Der Trader setzt hier die Kursgrenze zweimal fest. Da hier das Risiko nochmals höher ist, als bei One-Touch-Handel, fällt der Gewinn entsprechend höher aus.

Die häufigsten Fehler 

Handel ohne System und mit beliebigen Beträgen

Ist der sichere Weg in den finanziellen Ruin. Bei binären Optionen gibt es keine todsicheren Tipps und keinen Reichtum über Nacht. Die Unsicherheit in dem Handel ist allgegenwärtig und gehört schlicht und ergreifend zum Geschäft. Ein erfolgreicher Händler will Geld verdienen und handelt entsprechend systematisch und kalkuliert. Er berücksichtigt zusätzliche Unsicherheiten und addiert sie in seine Entscheidungsprozesse. Sein Ziel ist es, das Risiko zu managen und Zufälle zu reduzieren. Er setzt feste Beträge ein, führt auch weniger attraktive Trades durch und analysiert sein Vorgehen durch die Auswertungen der absoluten Trades; schonungslos und ohne rosarote Brille.

Anfängern wird empfohlen, mit 1 bis 10 Euro in dem 60-Sekunden-Handel zu beginnen, nach dem sie dies ausführlich im Demokonto ausprobiert und sich sorgfältig auf den Trade vorbereitet haben.

Handel unter Emotionen

Alle Emotionen, sowohl positive wie negative, können eine Auswirkung auf das Tradingergebnis haben. Es ist nicht nur die Verzweiflung, sondern sehr oft der Stolz, der die Handlungsweise eines Traders beeinflusst. Natürlich ist es manchmal schwer, alle Emotionen abzuschalten. Doch je besser der Trader seine Emotionen unter Kontrolle hat, desto besser kann er auch die wahre Motivation für das eigene Handeln erkennen und entsprechend gegen steuern. Dies kann entscheidend sein für den Erfolg oder Misserfolg im Trading. Typische Beispiele sind das Jagen nach Gewinn, um einen Verlust wettzumachen oder der Glaube, man habe eine Strähne, weil man erfolgreich eine Serie gehandelt hat. Jeder Trade ist einzigartig und bedarf der gleichen sorgfältigen Überlegung und Vorbereitung. Die Intuition ist sicherlich ein Indikator, sollte aber nie die alleinige Grundlage für einen Trade bilden.



Handel ohne Demokonto

Viele Anfänger machen den Fehler und verzichten auf ein Demokonto. Sie starten ohne Methode, Strategie, Indikatoren oder Signale direkt in einem Echtgeldkonto mit kleinen Beträgen. Der Handel mit binären Optionen ist langfristig nur erfolgreich, wenn eine Vielzahl von Trades einen höheren Gewinn als Verlust erwirtschaftet. Ein einzelner Trade ist daher wenig aussagekräftig. Es ist in etwa so, als ob man anhand des Wetters einiger Stunden die Wettervorhersage für das kommende Jahr treffen würde.

Ein Demokonto hat den großen Vorteil, dass der Trader sein System und die angedachte Strategie risikolos testen kann. Nicht jede Strategie ist für jeden Tradertyp geeignet. So kann der Händler erkennen, ob die gewählte Methode im Markt und für ihn persönlich funktioniert und wie sie sich auf seine Zeit- und Finanzplanung auswirkt. Das schult seinen Blick und schärft sein Bewusstsein für den Trade.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit des Vergleiches mit historischen Trades. Anfängern hilft dieser Vergleich ruhig zu bleiben und den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Trotzdem sollte jeder wissen, dass der Handel mit realem Geld eine wesentliche emotionale Komponente mitbringt, die im Demokonto nicht getestet werden kann: die latente Sorge um den Verlust des eingesetzten Kapitals. Nur Erfahrungen und das Wissen, sehr sorgfältig und kalkuliert zu handeln helfen, diese Emotion in den Griff zu bekommen.

Der Werbung einiger Broker verfallen

Die Werbung einiger Broker lässt oft das hohe Risiko der binären Optionen vergessen. Viele locken mit Slogans wie „2.000,- Euro im Monat zusätzliches Einkommen“ oder „Hohe Gewinnmöglichkeiten in Sekunden“. Dabei sollte es vielmehr heißen: „100 % Verlustrisiko möglich“. Der Handel mit binären Optionen ist ein Spekulationsgeschäft. Mit einer guten Vorbereitung und Methode lässt sich das Risiko verringern und die Chancen auf Gewinne stehen zumindest statisch gesehen gut. Eine absolute Sicherheit gibt es aber in diesem Geschäft nicht.

Hilfreiche Tipps und Hinweise 

Eigene Eignung als Trader hinterfragen 

Jeder angehende Trader sollte sich die Frage nach der persönlichen Eignung für dieses Geschäft stellen. Der Handel mit binären Optionen ist auf das Geldverdienen ausgerichtet. Dieses ist nur mit harter Arbeit, dem Willen zu lernen, guten Nerven und der Fähigkeit sich selbst zu kennen verbunden. Hinzu kommt eine gute Portion an Erfahrungen, die jeder Trader im Laufe seiner Kariere macht. Sie schärfen seine Intuition und das Gespür für die Märkte.



Das Geschehen an den Börsen ist täglich geprägt von guten und schlechten Meldungen, von Kursausbrüchen und Kursdämpfern, Fibonaccifolgen und fantastischen Geschichten von Erfolg und Misserfolg. Aus allen diesen Vorkommnissen lassen sich mit etwas Geduld und Arbeit Muster erkennen, die sich täglich, monatlich, jährlich oder über Dekaden wiederholen. Mit diesen Mustern kann jeder Trader an den Börsen erfolgreich und langfristig Geld verdienen. Fast alles hängt von der persönlichen Einstellung und den Fähigkeiten ab. Doch bestimmte Interessen sollten grundsätzlich vorhanden, damit das tägliche Handeln auch Spaß macht.

Checkliste für den Einstieg als Trader:

Nachrichten und Tagesgeschehen verfolgt er gerne und ist auf dem aktuellen Stand
Weiß über die aktuellen Wirtschaftsnachrichten Bescheid
Ist darüber informiert, wann Wirtschaftsnachrichten und Ticker veröffentlicht werden
Macht seine Hausaufgaben in Bezug auf die technische Analyse des Handels

Checkliste der Vorteile von binären Optionen: 

Die Börsen sind frei wählbar (EUR, Deutschland XETRA, USA, Japan)
Das Segment ist frei wählbar (Aktien, Forex, Indizes, Rohstoffe)
Der Einstiegszeitpunkt ist frei wählbar (gute Meldungen, schlechte Marktstimmung, erkennbare Tagestrends aus Vorbörsen)
Frei handelbare Szenarien können beliebig gehandelt werden (bei bekannten Terminen und marktrelevanten News)
Charts, technische Analyse, Indikatoren und Systeme erleichtern den Handel
Der Trader bestimmt die Richtung des Handels

Fazit und Praxistipp

Der Handel mit binären Optionen bringt bei einem tiefen Verständnis der Materie, neben den schon genannten Risiken, auch Chancen mit. Viele Broker bieten einfache Handelssysteme, die auch auf Smartphone funktionieren. Diese Ansätze sind interessant, sollten aber vor dem Einstieg auf die Möglichkeiten der technischen Analyse, der Chartauswertung und der Implementierung der eigenen Strategie sorgfältig geprüft werden. Auch das Demokonto darf nicht fehlen. Im Idealfall bietet das Interface der Handelssoftware auch im Demomodus einige Anpassungsmöglichkeiten an.

Manche Brokerbanken stellen spezielle Chartmodule für die Analyse bereit. Oft zeigen diese Module aber nur einen Linienchart an, der keine Übersicht der täglichen oder historischen Kursverläufe ermöglicht. Diese sind jedoch für das Verständnis des Marktverhaltens wichtig. Ein Candlestick-Chart hat dagegen gegenüber dem Linienchat eine wesentlich höhere Aussagekraft und eignet sich daher deutlich besser zur Analyse der so wichtigen Einstiegsignale.

Aus diesem Grund empfehlen viele Experten die Anschaffung einer professionellen Handelssoftware und eines Echtzeitnachrichtenticker. Bei einem 60-Sekunden-Trade ist das Verfolgen der aktuellen Wirtschafts- und Börsennachrichten essenziell. Weiterhin gehören zur Grundausstattung mindestens zwei Bildschirme: für die Handelssoftware auf dem einen und die Echtzeitcharts auf dem zweiten Monitor.



Obwohl beim Handeln mit binären Optionen dieselben Grundsätze gelten wie beim übrigen Trading, erfordert das sekundenschnelle Handeln eine enorme Fokussierung. Daher sind Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke für jeden angehenden Händler hilfreich. Wer sich auf binäre Optionen einlässt, kommt nicht ohne einen gewissen Adrenalinausstoß aus. Um fokussiert zu arbeiten, müssen Störfaktoren wie Hintergrundgeräusche und Nebenbeschäftigungen vollständig abgeschaltet sein. Ein eigener Handelsraum, oder ein von Geräuschen abgeschirmter Bereich ist für konzentriertes Handeln empfehlenswert.

Beim Trading können Verluste entstehen. Diese können sich an schlechten Tagen summieren. Dies gilt insbesondere für die 60-Sekunden-Trades. Der Händler sollte daher stets das Verhältnis von dem eingesetzten Kapital zu seinen finanziellen Möglichkeiten im Auge behalten und nur so viel einsetzen, wie er auch an Verlusten verkraften kann. Ein gewisses Maß an Erfahrung bringt vor allem im schnellen Handel mit binären Optionen enorme Vorteile. Doch jede Erfahrung muss erst gemacht werden. Daher empfiehlt sich neben dem Erlernen der Basics in einem Demokonto auch die genaue Trainingsanalyse am Ende des Handelstages. Damit kann jeder Trader wertvolle Hinweise auf seine Entscheidungsmotivation und Strategie gewinnen.

Darüber hinaus sei noch einmal darauf hingewiesen, dass der Handel mit binären Optionen immer mit System und Strategie durchgeführt werden muss. Auf der Grundlage von bloßen Bauchentscheidungen sind langfristig keine zielführenden Resultate im Trading möglich.