Geld verdienen mit Aktien: Was ist zu beachten?

Geld verdienen mit Aktien: Tipps und Tricks

Ob Sparbuch, Tages- oder Festgeld – wer sich mit den Produkten befasst, wird relativ schnell feststellen, dass die Zinssätze derart gering sind, sodass in weiterer Folge keine tatsächlichen Gewinne erwartet werden können. Aus diesem Grund interessieren sich immer mehr Anleger für Alternativen. Eine Möglichkeit stellen Aktien dar. Doch kann man mit Aktien Geld verdienen? Wie gefährlich sind Aktien tatsächlich? Welche Fehler können zu einem Totalverlust führen? Kann der Anleger schnell Geld verdienen oder sind Verluste vorprogrammiert?

Geld verdienen mit Aktien ist möglich, wobei sich der Anfänger einerseits ein Basiswissen aneignen sollte und andererseits auch ein paar Tipps und Tricks berücksichtigen muss. Zu beachten ist, dass es keine Strategie gibt, die immer zum Erfolg führt – auch wenn im Internet verschiedene Strategien als sehr sicher bezeichnet werden, so darf man nicht automatisch davon ausgehen, dass diese zu einem schnellen Reichtum führen.

Was versteht man eigentlich unter Aktien?

Geld verdienen mit Aktien – wie erfolgversprechend ist dieses Projekt tatsächlich? Bevor sich der Anfänger mit dem Thema Geld verdienen mit Aktien befasst, sollte er sich zuerst ein Basiswissen aneignen und einen Blick hinter die Kulissen werfen. Eine einzige Aktie stellt nur einen Bruchteil eines Unternehmens dar. Verfügt ein Unternehmen über 1000 Aktien, wobei ein Anleger zehn Stück erwirbt, so besitzt er 1 Prozent des jeweiligen Unternehmens. Alle Unternehmen, die sich an der Börse befinden, sind Aktiengesellschaften – kurz: AG.

Der Vorteil? Die Aktien können problemlos transferiert werden. Die Aktien der Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden, stehen Privatpersonen und Investoren zur Verfügung – über das Internet können Käufe und Verkäufe abgewickelt werden, wobei die Transaktionen innerhalb von Sekunden durchgeführt werden. Am Ende stellt sich nur die Frage, welche Aktien gekauft werden müssen, damit man am Ende auch Geld mit den Aktien verdient. Sollen es Aktien mit hoher Dividende sein oder doch Wertpapiere von großen Unternehmen, sodass ein möglicher Totalverlust ausgeschlossen werden kann?



Wie kann man mit Aktien Geld verdienen?

Am Ende stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, sodass man mit Aktien Geld verdienen kann. Einerseits erwirbt der Anleger Aktien und hofft, dass die Kurse steigen, sodass er die Wertpapiere gewinnbringend verkaufen kann; andererseits gibt es die Ausschüttung einer Dividende, die ein Teil des Unternehmensgewinns darstellt. Je mehr Aktien der Anleger besitzt, desto höher ist am Ende die Ausschüttung. Wenn für jede Aktie 1 Euro ausbezahlt wird und der Anleger rund 1000 Wertpapiere besitzt, so darf er sich über 1.000 Euro freuen. Viele Aktiengesellschaften verfolgen langfristige Dividendenstrategien. Somit erhalten die Aktionäre auch dann Ausschüttungen, obwohl die letzten Geschäftsjahre keine großen Gewinne mit sich brachten.

Somit verdient der Aktionär auch dann Geld, wenn seine Wertpapiere einen Kursverlust verbuchen mussten. In der Theorie sind die beiden Möglichkeiten noch zu trennen – in der Praxis werden die beiden Wege aber kombiniert. Durchschnittlich lassen sich die Gewinne auf die Ausschüttungen der Dividenden (40 Prozent) und die Kursgewinne (60 Prozent) zurückführen – nur selten werden die Aktien vor der Ausschüttung der Dividende wieder verkauft. Des Weiteren gibt es andere Anlageformen, sodass der Anleger auf indirektem Weg einen Erfolg verbuchen kann, sofern die Kurse des Wertpapiers steigen oder mitunter auch fallen. Mit Zertifikaten kann auf fallende oder steigende Kursverläufe gewettet werden. Eine weitere Möglichkeit sind Optionsscheine. Somit kann der Aktionär auch Gewinne verbuchen, obwohl die Aktienkurse gefallen sind.

Wer mit Aktien Geld verdienen will, muss im Vorfeld ein Depot eröffnen

Wer Aktien erwerben möchte, muss sich zuerst für ein Depot bei einer Bank entscheiden. Der Anleger kann sich für eine Filialbank oder auch Online-Bank entscheiden. Zu beachten ist, dass Online-Banken – wie der Name schon sagt – ausschließlich online erreicht werden können; es gibt keine Filialen und somit auch keinen festen Ansprechpartner, wenn der Anleger mitunter eine Frage zum Depot hat. Doch Online-Banken haben günstigere Konditionen und niedrigere Gebühren, sodass sich Anleger, die nicht unbedingt eine Filiale und einen fixen Ansprechpartner benötigen, durchaus profitieren können. Bevor sich der Anleger für eine Bank entscheidet, sollte er jedoch einen Vergleich durchführen. Dabei ist es ratsam, wenn der Anleger nicht nur auf die Kosten achtet – beim Vergleich sollten auch die einzelnen Leistungen überprüft werden. In vielen Fällen sparen die Anleger zwar bei den Gebühren, erhalten dafür aber auch keine Leistungen; mitunter kann das Depot zwar kostenlos sein, wobei jede „Dienstleistung“ in Rechnung gestellt wird.



Aktien kaufen für Anfänger

Wurde das Depot eröffnet, so kann der Anleger die gewünschten Wertpapiere auswählen und diese in weiterer Folge kaufen. Möchte der Anleger über einen längeren Zeitraum investieren, so kann er sich für einen Aktienfonds entscheiden. Diese werden von sogenannten Fondsmanagern verwaltet; sie entscheiden in weiterer Folge, welche Aktien gekauft oder verkauft werden. Der Vorteil? Derartige Fonds verfügen über eine große Streuung. Jedoch arbeiten Fondsmanager nicht kostenlos – Anleger müssen eine sogenannte Managementgebühr bezahlen, die direkt aus den Erträgen gewonnen wird. Schon zu Beginn muss der Anleger einen „Ausgabeaufschlag“ bezahlen. Beträgt dieser 5 Prozent, so werden von 100 Euro nur 95 Euro veranlagt.

Wer derartige Gebühren umgehen möchte, kann sein Geld auch in einen Indexfonds (kurz: ETFs) investieren. Derartige Indexfonds bilden unterschiedliche Aktienindizes ab und folgen den Kursentwicklungen. Wer sich für eine Anlage entscheidet, die nicht einige Jahre bestehen soll, so ist es ratsam, wenn sich der Anleger auf Einzelaktien konzentriert. Wer etwa ein Teil von „Samsung“, „Apple“ oder „Microsoft“ werden will, kann einzelne Wertpapiere erwerben und auf einen Kursanstieg hoffen. Da der Anleger zum Aktionär wird, hat er in weiterer Folge auch ein Mitspracherecht. Jede Aktie ist auch eine Stimme; der Aktionär wird zu Hauptversammlungen eingeladen und kann mitbestimmen, wie hoch die Dividende ausfallen wird oder welche weiteren Ziele verfolgt oder umgesetzt werden sollen. Bevor sich der Anleger für ein Unternehmen entscheidet, sollte er jedoch bestimmte Kennzahlen berücksichtigen. Die wohl wichtigste Eigenschaft ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz: KGV). Das KGV kann für jede Aktie berechnet werden und gibt in weiterer Folge eine Auskunft, ob die Aktie gerade günstig oder teuer ist.

Welche Kosten müssen berücksichtigt werden?

Der Anleger muss sich im Vorfeld natürlich auch mit den anfallenden Kosten auseinandersetzen. So gibt es Nebenkosten, die keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Dazu gehören etwa Ordergebühren, Steuern auf Dividenden und Kursgewinne oder sonstige Abgaben, die im Zuge des Investments bezahlt werden müssen. Seit 2009 gibt es etwa die sogenannte Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Wer mit seiner Anlage Gewinne verbucht, muss diese versteuern lassen – der Steuersatz beläuft sich auf 25 Prozent. Zudem kommen – je nach Bundesland – Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag hinzu. Entscheidet sich der Anleger für ein Investment im Ausland, so muss er etwaige Währungsrisiken berücksichtigen. Wer amerikanische Wertpapiere erwirbt, sollte im Vorfeld den Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro beobachten. Verliert der US-Dollar gegenüber dem Euro, so kann der Anleger einen Teil des Gewinnes verlieren, sofern der US-Kurs gleich bleibt. Die Anlage kann aber auch an Wert gewinnen, sofern jene Währung, in der investiert wurde, steigt.

Wer mit Aktien Geld verdienen will, sollte sich für eine Strategie entscheiden

Wer mit Aktien Geld verdienen will, muss sich im Vorfeld für eine Strategie entscheiden. Wann ist der perfekte Einstieg und wann sollen die Aktien wieder abgestoßen werden? Experten vertreten die Meinung, dass sich der Aktionär schon im Vorfeld Gedanken machen muss, wie viel er durch das Investment verdienen möchte. Wer eine Aktie um 15 Euro/Stück erwirbt und diese verkaufen will, sofern der Kurs bei 20 Euro/Stück angekommen ist, könnte eine ordentliche Gewinnsteigerung verbuchen. Erwirbt der Anleger 100 Aktien zu 15 Euro/Wertpapier, so investiert er zu Beginn eine Summe von 1.500 Euro. Steigt der Kurs auf 20 Euro/Wertpapiere, so erhält er 2.000 Euro – er verdient 500 Euro.



Werden derartige Grenzen nicht gesetzt, so besteht die Gefahr, dass impulsiv auf etwaige Kursreaktionen agiert wird. Dieses Problem kennen aber nicht nur Anfänger – auch Profis, die schon seit Jahren an der Börse sind, lassen sich immer wieder durch Kursreaktionen verunsichern. Kursrückschläge gehören einfach dazu – problematisch wird es nur, wenn man festhält und hofft, dass der Kurs wieder nach oben klettert. Mitunter ist das möglich; in vielen Fällen bleibt der Aktienkurs aber für Jahre im Keller, sodass kein gewinnbringendes Investment mehr gegeben ist. Wer das fallende Wertpapier über Jahre hält, wobei der Kurs systematisch nach unten geht, vergrößert seinen Verlust. Am Ende muss sich der Kurs oftmals verdoppeln oder gar verdreifachen, sofern der Anleger noch einen leichten Gewinn erzielen möchte.

Anleger sollten nicht ihr gesamtes Vermögen in ein Unternehmen investieren

Es mag schon todsichere Tipps und Hinweise geben, überzeugende Strategien und auch Berichte, die am Ende allesamt dazu führen, dass der Aktionär sicher ist, demnächst ein kleines Vermögen zu lukrieren. Doch nicht immer sind die Prognosen auch richtig – selbst Analysten und Experten können sich irren, sodass der Wertzuwachs nicht bei 50 Prozent sondern gerade einmal bei 2 Prozent liegt. Das wäre sogar noch zu verkraften; problematisch wird es nämlich, wenn der Wertzuwachs bei 50 Prozent liegt und am Ende ein Verlust von 10 Prozent eingetreten ist. Aus diesem Grund sollte der Aktionär nicht das gesamte Vermögen in ein Unternehmen investieren. Das Zauberwort, wenn man mit Aktien Geld verdienen will, lautet: Diversifikation.

Hier geht es um die Streuung und die gleichzeitige Reduzierung des tatsächlichen Risikos. Entscheidet sich der Aktionär für drei Unternehmen aus der amerikanischen Baubranche, so ist das Risiko extrem hoch: Erleidet die amerikanische Baubranche eine Flaute, so werden die Aktien abstürzen – in weiterer Folge verliert der Aktionär, da er sein Geld nur in die amerikanische Baubranche gesteckt hat, eine hohe Summe. Wer mit Aktien Geld verdienen will, muss also ein paar Tipps und Tricks berücksichtigen, sodass er am Ende keinen tatsächlichen Verlust einfährt. Eine Möglichkeit wäre ein Depot, in dem sich acht Unternehmen befinden – zwei deutsche, zwei amerikanische, zwei japanische und zwei russische Firmen. Am Ende hat der Anleger Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa, Asien und Amerika in seinem Depot.



Geht die europäische Wirtschaft nach unten, wobei die amerikanische Wirtschaft steigt, die restlichen Länder zudem unverändert bleiben, kann von einem Verlustausgleich gesprochen werden. Wer zudem noch darauf achtet, dass die Unternehmen in unterschiedlichen Branchen tätig sind, kann die perfekte Streuung erzielen. So gibt es im Depot IT-Unternehmen, Unternehmen aus Baubranche, einen Pharmakonzern und auch einen erfolgreichen Online-Shop-Betreiber – die Wahrscheinlichkeit, dass alle Branchen gleichzeitig in den Keller wandern, ist gering. Muss die Baubranche ein Minus von 3,0 Prozent verzeichnen, wobei der IT-Bereich und der Pharmakonzern ein Plus von gemeinsam 5,0 Prozent erzielen, so darf sich der Aktionär auf ein tatsächliches Plus von 2,0 Prozent freuen.

Die Diversifikation reduziert das Risiko – welches Restrisiko bleibt aber dennoch bestehen?

Wie gefährlich sind Aktien aber tatsächlich? Da Aktien ein hohes Gewinnpotential mit sich bringen, darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass auch ein hohes Risiko besteht. Jedes Unternehmen kann derart abrutschen, sodass Insolvenz angemeldet werden muss – in weiterer Folge kommt es zum gefürchteten Totalverlust. Das Wertpapier des Unternehmens hat somit keinen Wert mehr. Jedoch handelt es sich bei diesem Szenario um die „schlimmste Entwicklung“; in der Regel müssen die Aktionäre mit Kursverlusten rechnen. Wer 100 Aktien zu 20 Euro erwirbt und somit 2.000 Euro investiert, wobei der Kurs auf 12 Euro fällt, hat am Ende nur noch 1.200 Euro zur Verfügung. Somit wäre ein Verlust von 800 Euro gegeben.



Zwischen Daytrader und langfristiger Veranlagung

Geld verdienen mit Aktien kann auch Zeit in Anspruch nehmen. In vielen Fällen kann es schon ein paar Jahre dauern, sodass sich der Aktionär im Vorfeld die Frage stellen muss, ob er einen kurzen oder eher langen Anlagehorizont besitzt. Wer schnell Geld mit Aktien verdienen möchte, der könnte am Morgen für 10.000 Euro Aktien eines Unternehmens kaufen und diese am Ende des Tages  wieder verkaufen – der Aktionär muss nur hoffen, dass der Aktienkurs im Laufe des Tages gestiegen ist. Hier spricht man vom Daytrader, der die Wertpapiere nicht länger als 24 Stunden hält. Wer jedoch langfristig Geld verdienen mit Aktien will, sollte sich für einen langen Anlagehorizont entscheiden und abwarten, ob die Kurse der ausgewählten Wertpapiere steigen oder mitunter fallen. Der Vorteil? Kursstürze können ausgesessen werden – irgendwann klettern die Kurse mitunter wieder in die Höhe, sodass der Verlust tatsächlich ausgeglichen wird.

Geld verdienen mit Aktien – das Fazit

Ist Geld verdienen mit Aktien einfach? Nein. Es müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, wobei der Aktionär am Ende auch mitunter etwas Glück benötigt. Anfänger und Einsteiger, die Geld verdienen mit Aktien möchten, sollten vorsichtig sein und sich zuerst für einen Broker entscheiden, der mitunter ein Demokonto zur Verfügung stellt. Aktionäre, die viel Geld investieren und mit dem Risiko spielen, können zwar viel Geld verdienen mit Aktien, müssen sich aber bewusst sein, dass sie auch durchaus Geld verlieren können. Wer sich im Vorfeld für ein Demokonto entscheidet, der kann auf Spielgeld zugreifen und ohne Risiko mit Wertpapieren handeln. Der perfekte Einstieg für all jene, die noch keine Erfahrungen sammeln konnten.

Weitere interessante Informationen finden Sie auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Aktie